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17 Stadt Bad Gandersheim bzw. beim Bauaufsichtsamt des Landkreises Northeim erkundigen und mit Ihrem Nachbarn sprechen. Genehmigungsfreie Wohngebäude, Stellplätze und Garagen (§ 62 NBauO, Bauanzeigeverfahren) Im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes sind unter bestimmten Voraussetzungen die Errichtung oder Änderung von Wohngebäuden, einschließlich ihrer Nebengebäude und Nebenanlagen, baugenehmigungsfrei. Hierzu sind jedoch, wie beim Genehmigungsverfahren, entsprechende Bauvorlagen von Architekten oder anderen Bauvorlagenberechtigten und eine Bescheinigung der Stadt Bad Gandersheim über die gesicherte Erschließung vorzulegen. Auch muss das Bauvorhaben selbstverständlich die Festsetzungen des Bebauungsplanes erfüllen und sämtliche sonstigen Bauvorschriften einhalten. Die sog. Bauanzeige mit den erforderlichen Unterlagen wird bei der Stadt Bad Gandersheim, Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt, eingereicht. Mit dem Bauvorhaben darf erst begonnen werden, wenn die Unterlagen zusammen mit der Bestätigung der Stadt Bad Gandersheim über die gesicherte Erschließung der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Northeim vorliegen. Wir weisen darauf hin, dass es sich hierbei nicht um ein Baugenehmigungsverfahren handelt. Dadurch wird dem Bauherren und Bad Gandersheim baut… seinem Architekten wesentlich mehr Verantwortung auferlegt, da beide die gesamte Verantwortung für das Vorhaben tragen. Verstöße gegen das öffentliche Baurecht, die im Genehmigungsverfahren von der Bauaufsichtsbehörde ohne größeren Aufwand korrigiert werden könnten, werden bei einem genehmigungsfreien Vorhaben oftmals erst nach der Bauausführung deutlich. Dann kann ein rechtmäßiger Zustand möglicherweise nur mit einem hohen (auch finanziellen) Aufwand wieder hergestellt werden. Soll dieses Risiko ausgeschaltet werden, kann wahlweise auch ein Bauantrag gestellt und der Bauaufsichtsbehörde die Prüfung der Baumaßnahme überlassen werden. Der Bauherr spart allerdings beim Bauanzeigeverfahren Kosten und Zeit im Vergleich zu einem Genehmigungsverfahren. Genehmigungspflichtige Bauvorhaben Ist Ihr Bauvorhaben nicht genehmigungs- oder verfahrensfrei, so unterscheidet die NBauO zwei mögliche Genehmigungsverfahren: uu das vereinfachte Genehmigungsverfahren uu das „normale“ Genehmigungsverfahren Das vereinfachte Genehmigungsverfahren (§ 63 NBauO) Das vereinfachte Genehmigungsverfahren kann bei Wohngebäuden angewendet werden. Der Antrag wird bei der Bauaufsichtsbehörde, dem Landkreis Northeim, eingereicht. Der Prüfaufwand der Bauaufsichtsbehörde ist im vereinfachten Verfahren je nach Art des Antrages gering. Denn der größte Teil der Prüfung beschränkt sich auf das Planungsrecht und nur im geringeren Umfang auf das Bauordnungsrecht. Hierdurch ist das materielle Baurecht von Architekten und weiteren Sachverständigen für Schall- und Wärmeschutz, ggf. auch für Brandschutz und Standsicherheit eigenverantwortlich sicherzustellen. Das „normale“ Genehmigungsverfahren (§ 64 NBauO) Alle Bauvorhaben, die nicht unter das vereinfachte Verfahren fallen, unterliegen diesem Genehmigungsverfahren. Dazu gehören z.B. Gewerbebauten, Geschäftshäuser oder Wohnhäuser größeren Ausmaßes (Hochhäuser). Sie unterliegen der sogenannten ganzheitlichen Prüfung. Auch dieser Antrag wird bei der Bauaufsichtsbehörde, dem Landkreis Northeim, eingereicht. Die Nutzungsänderung Eine Nutzungsänderung ist – unabhängig davon, ob damit bauliche Veränderungen


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